Stadtbrauerei Spalt - Innovation mit Tradition

Weiterer Meilenstein in der Brauereientwicklung durch Errichtung des neuen Gär- und Lagerkellers – Wahrung der hohen Produktqualität der Spalter Biere

Seit über 450 Jahren wird im Spalter Hopfenland traditionsreiche Braukunst in der wohl letzten verbliebenen kommunalen Brauerei Deutschlands gepflegt.

„Wir geben unserem Bier keinen Zeitplan vor, sondern geben ihm so viel Lagerzeit, bis es ausgereift ist“, so Dipl.-Braumeister Uwe Schulz.

Udo Weingart, Spalter Bürgermeister und Geschäftsführer der Brauerei, erläutert weiter:

„Deshalb gehört die Stadtbrauerei Spalt zum elitären Club der Prädikatsbrauereien der Vereinigung von Slow Brewing. Nur wenige herausragende Brauereien in Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien gehören der Slow Brewing Vereinigung an. Slow Brewing ist das konsequenteste Gütesiegel für Bier.

Die Kunst liegt dabei in der Kombination von traditionsreichem Brauhandwerk und moderner Technik und in diesem Sinne hat sich die Brauerei im Zuge stetiger Modernisierungsmaßnahmen in den letzten Jahrzehnten folgerichtig entschieden, ein in sich geschlossenes Gebäude neben dem vorhandenen Gär- und Lagerkeller zu errichten, das sich mit seiner dezenten Farbgebung harmonisch in die umgebenden Hopfenfelder einfügt. Bürgermeister Weingart hatte dies gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Helmut Lederer, das für den Bau verantwortlich zeichnet, zur Chefsache gemacht.

Lange gefeilt wurde auch an der Brauereitechnik, die nicht weniger, als den Anspruch hat, vorhandene Anlagen in den Altgebäuden mit modernen zylindrokonischen Tanks vor allem im Sinne der Wahrung der hohen Produktqualität der Spalter Biere zu kombinieren.

Gemeinsam wurde ein Konzept erarbeitet, das unter Berücksichtigung von möglichst geringem Platzbedarf und bei Einhaltung des vorgegebenen Budgets keine Wünsche offen lässt. Bedienerfreundlichkeit und Arbeitssicherheit sind selbstverständlich.

Die Tanks können dabei als Gär- oder Lagertanks genutzt werden und auch als Drucktanks nach der Filtration.

Dreh- und Angelpunkt zur Anbindung des neuen Kellers ist das sog. Zentralpaneel, an dem sämtliche Manipulationen bei Befüllung und Entleerung der neuen ZKTs getätigt werden.

„Mit dem Zentralpaneel im alten Gärkeller haben wir eine übersichtliche Möglichkeit geschaffen, Alt- und Neubau zu kombinieren“, freut sich Schulz.

Durch einen Verbindungsgang zwischen Alt- und Neubau erfolgt sowohl die Versorgung der neuen Abteilung mit sämtlichen benötigten Medien, sowie mit Würze bzw. Bier aus dem Altbestand. Auch die Mitarbeiter können so trockenen Fußes und auf schnellstem Weg in den Neubau gelangen.

Mit der Wellmann Anlagentechnik GmbH mit Hauptsitz in Halle/Westfalen und Niederlassung in Burgthann bei Nürnberg konnte ein Anlagenbauer gefunden werden, der mit seinem mittelständischen Charakter und seinen kurzen Entscheidungswegen sehr gut zur Spalter Brauerei passt. „Sonderwünsche können bei unserer Unternehmensstruktur jederzeit in ein Projekt einfließen“, betont Inhaber und Geschäftsführer Gerhard Wellmann.

Der Lieferumfang von Wellmann umfasste Planung, Montage und Inbetriebnahme der Brauereitechnik inklusive der Automation.

Die Tanks wurden von der Fa. Gross Behälterbau GmbH geliefert. Zur Aufstellung kamen zylindrokonische, kühlbare und isolierte Tanks folgender Größen (jeweils Gesamtinhalt mit zugehöriger Druckauslegung):

2 x 125 hl (3 barÜ), 5 x je 250 hl (3 barÜ), 8 Stück x 375 hl(2 barÜ) und 10 x 500 hl (2 barÜ).

Bei der Einbindung der Tanks haben die Verantwortlichen der Brauerei und von Fa. Wellmann bewusst auf bewährte Paneeltechnik gesetzt und dabei im Sinne der Übersichtlichkeit für die Bediener je ein Einzelpaneel pro Tank in den Rohrzaun eingebaut.

Die Anbindung der Tanks erfolgt mit möglichst kurzen Ausläufen an den neu erstellten Rohrzaun, der sämtliche Leitungen für Medienversorgung, Reinigung, Befüllen und Entleeren vereint.

Die vom vorhandenen Kältenetz unabhängige Versorgung der glykolgekühlten Tanks wird durch die neu aufgestellte Frigotrol-Kälteanlage gewährleistet, die Verrohrung des Kältenetzes erfolgte wiederum durch die Firma Wellmann.

Klar definierte Reinigungskreise für Tanks und Entleerleitungen, bei denen die einzelnen Wege wiederum über Koppeltechnik auf den Paneelen gestellt werden, runden das Bild ab.

Passend zum Gesamtkonzept wurde dazu eine 2-Behälter-CIP-Anlage installiert, die in sich vollautomatisch konzipiert ist, die Anwahl der Reinigungswege bleibt in der Verantwortung der Brauer.

Den Überblick über die Gesamtanlage behält man auf der bewusst schlank gehaltenen Visualisierung. Diese ist dabei zur Bedienung zentral in den Schaltschrank eingebaut, die Datenübertragung erfolgt parallel auch direkt ins Braumeisterbüro.

„Mit den neu geschaffenen Kapazitäten und dem genau auf unsere Brauerei zugeschnittenen Gesamtkonzept sind wir für alle zukünftigen Eventualitäten gerüstet“, schaut Dipl.-Braumeister Uwe Schulz positiv für seine Spalter Brauerei in die Zukunft.