Für alle Eventualitäten gerüstet - Stadtbrauerei Spalt verbindet Innovation mit Tradition

Mit mehr als 450 Jahren Tradition pflegt die Stadtbrauerei Spalt handwerkliche Braukunst. In der letzten kommunalen Brauerei Deutschlands werden heute 19 Biere aus nur vier Zutaten hergestellt: Spalter Aromahopfen, Malz und Gerste aus der Umgebung sowie Brauwasser aus der 64 Meter tiefen hauseigenen Quelle. Die Kunst liegt dabei in der Kombination von traditionsreichem Brauhandwerk und moderner Technik. Innovation mit Tradition lautet das Motto bei Spalt. Bei der Umsetzung stetiger Modernisierungsmaßnahmen setzt das Unternehmen auch auf die Anlagen­technik von Wellmann Engineering.

Der Spezialist für wegweisende Technologien und verfahrenstechnische Produktionsprozesse aus Halle/Westfalen passt mit seinem mittelständischen Charakter sowie kurzen Entscheidungswegen sehr gut zur Spalter Brauerei. "Sonderwünsche können bei unserer Unternehmensstruktur jederzeit in ein Projekt einfließen", sagt Inhaber und Geschäftsführer Gerhard Wellmann. 

So wartete auf den Anlagenbauer ein anspruchsvolles Projekt in Spalt. Dort wurde neben dem vorhandenen Gär- und Lagerkeller ein in sich geschlossenes Gebäude errichtet, das sich mit seiner dezenten Farbgebung harmonisch in die umgebenden Hopfenfelder einfügt. Den Umbau koordinierte Bürgermeister Weingart, kraft seines Amtes Geschäftsführer der Brauerei, gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Helmut Lederer.

Zentralpaneel als Dreh- und Angelpunkt

Wohl überlegt, feilte das Team auch an den Plänen zur Brauereitechnik. Die Vorgabe: Vorhandene Anlagen in den Altgebäuden sollten mit modernen zylindrokonischen Tanks vor allem im Sinne der Wahrung der hohen Produktqualität der Spalter Biere kombiniert werden. Die Tanks werden dabei als Gär- oder Lagertanks genutzt und auch als Drucktanks nach der Filtration. In enger Zusammenarbeit mit Wellmann entstand ein Konzept, das alle Anforderungen der Brauer nach Kompaktheit, Einhaltung des vorgegebenen Budgets sowie Bedienerfreundlichkeit und Arbeitssicherheit erfüllt. Planung, Montage und Inbetriebnahme der Brauereitechnik inklusive der Automation setzte Wellmann schließlich für Spalt um. Das Resultat kommt an: "Mit den neu geschaffenen Kapazitäten und dem genau auf unsere Brauerei zugeschnittenen Gesamtkonzept sind wir für alle zukünftigen Eventualitäten gerüstet", sagt Spalt­Braumeister Uwe Schulz.

Dreh- und Angelpunkt bei der Anbindung des neuen Kellers ist das sogenannte Zentralpaneel. Dort werden sämtliche Manipulationen bei Befüllung und Entleerung der neuen zylin­drokonischen Gärtanks getätigt. "Mit dem Zentralpaneel im alten Gärkeller haben wir eine übersichtliche Möglichkeit geschaffen, Alt- und Neubau zu kombinieren", erklärt Schulz. Durch einen Verbindungsgang zwischen Alt­ und Neubau erfolgt nicht nur die Versorgung der neuen Abteilung mit sämtlichen benötigten Medien sowie mit Würze beziehungsweise Bier aus dem Altbestand. Auch die Mitarbeiter können so trockenen Fußes und auf schnellstem Weg in den Neubau gelangen.

25 neue Tanks

Die Firma Grass Behälterbau aus Steißlingen lieferte insgesamt 25 zylindrokonische, kühlbare und isolierte Tanks verschiedener Größen: zwei Tanks mit 125 Hektoliter und 3 bar Überdruck, fünf Tanks mit 250 Hektolitern und 3 bar Überdruck, acht Tanks mit 375 Hektolitern und 2 bar Überdruck sowie zehn Tanks mit 500 Hektolitern und 2 bar Überdruck. Bei der Einbindung der Tanks setzten die Verantwortlichen der Brauerei in Absprache mit Wellmann auf die bewährte Paneeltechnik. Zur besseren Übersichtlichkeit für die Bediener baute Wellmann je ein Einzelpaneel pro Tank in den neu gebauten Rohrzaun ein. Dort erfolgte die Anbindung mit möglichst kurzen Ausläufen an den neu erstellten Rohrzaun, der sämtliche Leitungen für Medienversorgung, Reinigung, Befüllen und Entleeren vereint.

Klar definierte CIP-Kreise

Die neu aufgestellte Frigotrol-Kälteanlage gewährleistet die vom vorhandenen Kältenetz unabhängige Versorgung der glykolgekühlten Tanks. Wellmann verrohrte auch das Kältenetz. Klar definiert sind die Reinigungskreise für Tanks und Entleerleitungen. Die einzelnen Wege werden über Koppeltechnik auf den Paneelen gestellt. Zur Reinigung installierte Wellmann eine Zwei-Behälter-CIP­Anlage, die in sich vollautomatisch konzipiert ist. Die Anwahl der Reinigungswege bleibt in der Verantwortung der Brauer. Dem Anspruch nach einfacher Bedienbarkeit kommt auch die bewusst schlank gehaltene Visualisierung nach, die zur Bedienung zentral in den Schaltschrank eingebaut ist. Die Datenübertragung erfolgt parallel auch direkt ins Braumeisterbüro - moderne Anlagen für traditionsbewusstes Bier.